In der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) erschien am 11. März 2009 folgende Besprechung unseres letzten Konzerts der ersten Arbeitsphase:
Weimar. (tlz) Nach Konzerten in Jena, Halle und Erfurt stellte sich das »sinfonium weimar« auch in Weimar vor. Im Musikzweig der Landesschule Pforta entstand die Idee zu dieser Vereinigung, Philipp Barczewski nahm sie mit zum Studium von Musikwissenschaft und Dirigieren an die Universität Halle. Nun endlich konnte er mit breiter öffentlicher Unterstützung das Projekt verwirklichen, an dem sich ehemalige Mitschüler, jetzt Studenten der Franz-Liszt-Hochschule, begeistert beteiligen.
Besonders aber ist: Sie wollen nicht allein Konzerte spielen, sondern durch vielschichtige Programme Kindern und Jugendlichen den Zugang zur klassischen Musik erleichtern. Laut Programmheft haben sie bereits damit begonnen. Temperament und jugendliches Ungestüm ist ihr Markenzeichen, das in der halligen Akustik der Aula im Goethegymnasium grell hervor trat. Und wohl auch deshalb erschien Beethovens liebenswürdig-humorige 4. Sinfonie B-Dur wie ein Kraftpaket aus flottem Tempo und strahlendem Blech, immer wieder angeheizt durch den Feuerkopf Barczewski. Das schien Wagner die Rechtfertigung zu geben: Im Frühling, da muss es so sein.
Ganz anders, als orchestrale Kammermusik gewertet, das Konzert für Oboe, Violine, Streicher und B.c. von Johann Sebastian Bach. In der belebten Deklamation und der zügigen Beredsamkeit des Tutti fanden die Solisten Maria Mache (Oboe) und Stefanie Heinke (Violine) den fundierten Rückhalt für ihr musikantisch erfülltes Wechselspiel. »Gesellenstück(e)« nennt Thomas Nathan Krüger das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit Händel. Zwei frühe Kantaten des diesjährigen Jubilars lässt er verschmelzen. Doch sucht man nach Themenzitaten vergeblich und der Text bleibt unverständlich. Das Werk ist wohl bei den Gegensätzen von rabiater Melodik und gehauchter Stimmung nicht nur für Katharina Boschmann (Sopran) eine große stimmliche Herausforderung. Im Übergang aber von der Poly- zur Monotonalität kündigt sich die persönliche Eigenart des jungen Komponisten offenbar am stärksten an.
via TLZ